Hinfallen, Aufstehen, Rucksack richten, weitergehen! | 29.12.2014-04.01.2015 – OUTDOOR COLLEGE

 

Hinfallen, Aufstehen, Rucksack richten, weitergehen!

29.12.2014-04.01.2015

So lautete das Motto unserer Woche, denn während unserer 5. Tour (unfassbar, wie die Zeit verfliegt!!!) haben wir irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft wir mit den Skiern hingefallen sind. Selbst kleine Hügel wurden zu riesigen Hürden, an denen wir - so manches Mal - verzweifelten.

Eine Gruppe Jugendlicher ist gerade dabei, mit Skiern die Wildnis zu erleben. Ein paar vonihnen, ganz an der Spitze der Gruppe, sind sehr flott unterwegs, aber naja, die anderen ... sind halt nicht ganz so schnell! Zum Beispiel Wilhelma. Sie steht auf dem Gipfel des Hügels und schaut in den gähnenden Abgrund von unfassbaren 50 cm. „Oh mein Gott, das ist sooo steil, wie soll ich hier nur heil herunterkommen!“, schreit sie. Dieses Szenario spielt sich ab, während hinter Wilhelma der Outdoor-Trainer Waldemar sich stark amüsiert und Lotta sich fünf Meter weiter zum dritten Mal auf der selben Stelle auf die Nase legt.

Aber... fangen wir mal am Anfang an!

Begonnen hat alles in der kleinen Dr. Rolf Hoffmann Skole am 28.12.2014. Die Outdoor-Trainer Waldemar und Linda gaben die ersten Einführungen in die neuen Medien Ski und Schneeschuh. Um ein wenig Übung darin zu erhalten, gingen sie auf das große, verschneite Feld des Nachbarn und starteten die ersten wackeligen Versuche. Unterstützt wurden Waldemar und Linda von ihrem Skiexperten Timotheus und nach der Übung waren alle ein wenig sicherer. Als weitere Schwierigkeit kamen noch die Pulken (Transportschlitten) dazu, auf die das Gruppengepäck geladen wurde und die die Schüler später auf der Tour hinter sich herzogen. Nach diesem Training wurden – natürlich - noch die Rucksäcke gepackt.

Am nächsten Morgen ging es dann los. Wegen eines stark verschneiten Streckenabschnittes wurden die Schüler ein großes Stück früher als geplant abgesetzt, weshalb es eine Streckenverlängerung gab. Vor allem die Skifahrer (wir waren in einer Ski- und einer Schneeschuhgruppe unterwegs) hatten es schwer, den Berg vor Ausdal mit den Skiern zu erklimmen, doch nach einer halben Ewigkeit hatten sie es geschafft. Weiter ging ́s mit Highheels unter den Skiern, denn der Schnee pappte, da es angefangen hatte zu tauen. So sammelte sich bei jedem Schritt mehr Schnee, der unter dem Ski kleben blieb. Mit diesem Punkt hatten die Schneeschuhwanderer leider auch Probleme.
Am gleichen Tag musste die Strecke noch einmal umgeplant werden, da zwei Schüler sich an diesem Tag nicht stark genug für die Tour fühlten. Nachdem das Lager schließlich aufgebaut war, übten sich einige noch im Skifahren, während andere einen Feuerpool bauten, in dem am Abend ein knisterndes Feuer loderte. Schon bald darauf kehrte schläfrige Ruhe im Lager ein.

Am nächsten Morgen wurden alle von ihrem Sammel- und Weckruf (Wolfsgeheul) geweckt. Schnell wurde das Lager abgebaut, man frühstückte und schon ging ́s los nach Fossbrodet. Der Weg war um einiges hügeliger und die Skier mussten wiederholt abgeschnallt werden. Letztendlich meisterten alle den Weg mit Bravour und errichteten das Lager noch bei Tageslicht. Einige der Schüler waren noch bis in die späten Abendstunden Skifahren, was ihnen viel Spaß brachte. Am Abend fielen sie vor Erschöpfung in ihren Schlafsack und schliefen ein.

Der nächste Tag brachte ihnen eine Überraschung: Aufgrund des zunehmend nassen Wetters beschlossen Waldemar und Linda nach Lunde zurückzukehren, damit die Schüler vor allem positive Erfahrungen im Schnee sammelten. Also gingen sie an diesem Tag stolze 10 Kilometer durch viel matschigen Schnee, glücklicherweise meist bergab. Was sie erstaunte war, dass der Bus außerplanmäßig kam, der ihr Gruppenmaterial und die Schlitten mitnahm, da der Schnee von der Straße geschmolzen war. Leider ist der Bus beim Wenden stecken geblieben und die Ski-Leute mussten anschieben, bis der Bus wieder frei war. Erschöpft und im Dunkeln kamen alle an der Schule an. „Frohes Neues!“, schrien die Schüler um 00.00 Uhr und nach zwei Tagen im Schnee - kurz danach fielen sie, noch erschöpft vom Tag, in die Betten.

Am nächsten Tag gab es Programm mit den Trainern, die Schüler sollten anhand eines Modells ihre Charaktereigenschaften herausfinden. Am Abend feierten sie gemeinsam eine nachträgliche und lustige Silvesterparty. Jeder schrieb auf einen Zettel, was er hinter sich lassen wollte und verbrannte diesen dann. Auf einen zweiten Zettel wurde geschrieben, was man sich für das nächste Jahr wünschte. Diese Zettel wurden in einem Einmachglas im Schnee vergraben. Wer weiß, ob die neuen OUTDOOR COLLEGE Schüler das Glas finden werden ...
Danach ging es in den Aufenthaltsraum, der geschmückt worden war und in dem es ein Buffet gab. Im Raum angekommen, wurden die Schüler in drei Gruppen eingeteilt. Es gab ein Quiz und mehrere Contests: Bei einem handelte es sich um einen „Chubbi-Bunny“-Wettbewerb, bei dem sich Timotheus und Felicitas darin verglichen, wer mehr Marshmallows im Mund behalten konnte. Timotheus gewann mit 12 „Chubbi-Bunnys“ in seinem Mund. Den Abend ließen die Schüler mit Videos und Karaoke ausklingen.

Am nächsten Tag teilten sich die Schüler in drei Kleingruppen ein, in denen sie Skifahren übten, ihre Skills erweiterten, oder die große Abschlussexpedition planten (jedes Programm hat ca. 4 Stunden gedauert ). Jede Gruppe widmete sich zuerst einem Bereich, jedoch wurde später gewechselt, sodass jeder jedes Programm einmal gemacht hat. Zum Skitraining sind die Schüler zu einer Loipe in der Nähe von Sinnes gefahren. Am Anfang kamen sie gut voran, aber als sie dann aus dem Schutz der Bäume ins offene Gelände gefahren sind, wehte der Wind ganz ordentlich und sie sahen bei Nebel, Schnee und Hagel kaum etwas. In der Schule haben die anderen in der Zeit ein Zelt blind aufgebaut, Knotenkenntnisse vertieft und Feuer gemacht. Bei der Tourenplanung haben sie begonnen, eine Art Vertrag über die Rahmenbedingungen auszuhandeln, mit dem sie alle zufrieden auf die Abschlussexpedition gehen können.

Am Sonntag haben die Schüler aus den drei Gruppen alle Rahmenbedingungen zusammengetragen und daraus allgemeingültige Rahmenbedingungen abgeleitet, mit denen alle zufrieden waren. Danach haben sie und die Outdoor-Trainer diesen Kontrakt unterschrieben. Kurz darauf stand der berühmt berüchtigte Zimmerwechsel an: bei den Jungs wie immer ohne Probleme und bei den Mädchen das größte Chaos. Bei den Schülern heißt es jetzt aufräumen, aufräumen und noch mal aufräumen ...

P.S. Die echten Namen haben wir in diesem Text durch Pseudonyme ersetzt.

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